Wer über ein Lehramtsstudium nachdenkt, kennt zwei Vorbehalte: das Klischee, an die Regelschule gehe nur, wer es nicht ans Gymnasium schafft, und die Aussicht auf ein langes, unbezahltes Studium. Angesichts des bundesweiten Lehrkräftemangels braucht das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport dafür eine Kampagne mit klaren Fakten statt einen Imagefilm.
Seit der Anpassung der Besoldung verdienen Lehrkräfte an Regelschulen und Gymnasien in der Stufe A13 gleich viel: gleiches Gehalt für unterschiedliche, aber gleichwertige Aufgaben. Während Gymnasiallehrkräfte vor allem als Fachexperten gefragt sind, positioniert die Kampagne Regelschullehrkräfte als Mentorinnen und Mentoren in der wichtigsten Phase der Berufsorientierung.
Der entscheidende Baustein ist das duale Studienmodell: 1.550 Euro Gehalt ab dem ersten Tag, ein Wechsel zwischen Universität und Praxis ab dem dritten Semester und ein auf zwölf statt achtzehn Monate verkürztes Referendariat. Damit tritt das Programm gegen den klassischen, unbezahlten Studienweg an, nicht gegen das Gymnasium.
Der Kern der Kampagne
Ein Studium, das vom ersten Tag an bezahlt wird, muss den Vergleich mit dem Gymnasium nicht scheuen.